Was führen nicht manche Hobbygärtner mit ihrem Schnittgut auf: da wird tagelang geschnitten und gehackt und alles, was halbwegs in den Häcksler passt wird klein gemacht. In manchen Fällen ist es schon sinnvoll, Holzhäcksel als Mulchmaterial zu erzeugen. In vielen Fällen aber ist das alles nur unnütze Schwerarbeit. Mit der Natur und nicht gegen die Natur lautet die Devise für den intelligenten Faulen und deshalb lässt er „die anderen“ arbeiten…

Alles bis zur Stärke eines „Männer“ – Daumens kommt auf den Kompost die stärkeren Äste werden entweder zu Brennholz oder – wenn es nicht zuviel Material ist – kommt auf einen Totholzhaufen. Klingt irgendwie gefährlich, oder? Ist es aber gar nicht: Irgendwo im Garten – an einer Stelle, die nicht so eingesehen ist, werden all die Holzteile aufeinander geschichtet, die die Natur zerkleinern soll: Wurzelstöcke, Äste und als „Würze“ noch Laub und Reisig. Gerade jetzt im Frühjahr fällt beim Aufräumen viel von diesem Material an. In diesen Haufen, die gar nicht groß sein müssen, stellt sich Natur pur ein: der Igel wird bald dieses neue Haus beziehen, Laufkäfer werden damit beginnen das Holz zu zernagen. Blindschleichen und viele andere Reptilien werden Unterschlupf finden und – als Dankeschön – dem Gärtner in Zukunft viel Arbeit abnehmen. Alle diese neuen Bewohner gehören nämlich in die Gruppe der „Nützlinge“, der Helfer im Garten, die dafür sorgen, dass solche Lästlinge wie die Schnecken gar nicht erst überhand nehmen.
Ähnlich hilfreich, wie Äste sind alle größeren Steine. Sie werden aus den Beeten entfernt und auf einem Steinhaufen am Rand des Gartens aufgeschichtet. Er hat eine ähnliche Funktion wie die Trockenmauer – ist also Unterschlupf für viele Nützlinge. Kleinere Steine bleiben im Boden, denn in einem humusreichen Erdreich sind diese Mineralstofflieferanten kein Problem.

Für viele Gärtner der alten Schule sind die Brennnessel das Symbol für Unkraut. Gärtner von heute wissen aber: Brennnesseln sind ganz wichtige Pflanzen in einem naturnahen Garten. Einerseits zeigen sie uns, dass der Boden in Ordnung ist – Brennnessel wachsen nur, wo es viel Humus gibt, andererseits liefern die Blätter Nahrung für Schmetterlingsraupen, können zum Mulchen verwendet werden und schließlich ist die Brennnessel in Form einer Jauche das Lebenselexier für viele Pflanzen. Daher dürfen diese einst ungeliebten Pflanzen im Garten für den intelligenten Faulen getrost ein Stück Fläche einnehmen.

Marienkäfer als Blattlaustiger, Schwebfliegen mit großem Appetit auf Schädlinge und dazu noch Florfliegen, die auch die Läuse zum Fressen gerne haben. Wie bringe ich diese Tierchen nur in den Garten? Intelligente Faule machen es sich leicht – sie errichten ein Hotel!
Keine Baugenehmigung, kein Antrag beim Gemeindeamt, nur ein Stück Hartholz (Buche, Eiche, Akazie, etc.) ist nötig in das mehrere Löcher im Durchmesser von ein bis zehn Millimeter gebohrt werden. Die Löcher sollten mindestens fünf und höchstens Zentimeter tief sein. An einer Hauswand (beispielsweise bei einem Holzschuppen) werden sich innerhalb weniger Tage die ersten Helfer im Garten einfinden und die Löcher besiedeln. Für andere Nützlinge ist eine alte, gut ausgewaschene und trockene Konservenbüchse in die (echte) Strohhalme gefüllt werden ein Quartier. Und die Florfliegen wiederum wollen am liebsten einen Unterschlupf zum Überwintern: in Stiegenhäusern und auf Dachböden. Also keine Panik, die zarten – manchmal als „Motten“ bezeichneten – Tierchen sind extrem nützlich und haben Blattläuse zum Fressen gern.

Wenn das Frühjahr ins Land zieht, dann sind sie die lautstarken Boten des neuen Gartenjahres: unsere Singvögel. Doch nicht nur der Gesang ist es, der uns beglückt. Singvögel sind große Schädlingsvertilger. Ob die ersten Blattläuse an den Obstbäumen oder die Raupeninvasion an den Rosen – die gefiederten Freunde halten die Tierchen in Schach. Daher helfen wir intelligenten Gärtner gerne:

  • Nistkästen – so montiert, dass Katzen sie nicht erreichen.
  • Vogeltränken – so aufgestellt, dass rundherum möglichst viel Freiraum herrscht, damit auch hier Katzen nicht aus dem Versteck heraus die badenden Vögel fangen können.
  • Futterhäuschen im Winter – ausschließlich mit Körnerfutter. Also keine Küchenabfälle, wie Nudeln, Kartoffeln, Brot oder Reis, die noch dazu gesalzen sind und den sichern Tod der Vögel bedeuten würden.

Quelle: Biogärtner Karl Plomberger, arbeitet mit Effektiven Mikroorganismen der Firma Multikraft